Soll ich für meine Karriere ein Masterstudium beginnen?

Schreibblock mit der Frage: Masterstudium?

Immer wieder einmal bekomme ich als Führungskraft die Frage gestellt: „Soll ich nach meinem Bachelor-Abschluss ein Master-Studium beginnen?“ Meine für viele überraschende Antwort lautet ganz klar: „NEIN“. (Ich liebe es, mit dieser Antwort zum Nachdenken anzuregen.)

Viele Studenten machen ihr Studienpraktikum in Unternehmen, in denen sie anschließend ihre Bachelor-Arbeit schreiben. Beim Blick nach vorne fragen sich viele, wie es weiter gehen soll.

  • „Soll ich noch ein weiteres Studium mit Abschluss Master beginnen? Verbaue ich mir sonst die Zukunft, weil ich ohne Master für bestimmte Positionen ausgeschlossen werde?
  • Oder soll ich direkt im Unternehmen einsteigen, vielleicht in der Abteilung, wo ich bereits erste Erfahrungen sammeln konnte?“

Auch der Arbeitgeber steht vor dem Zwiespalt: Ist es nicht immer besser, höher qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen? Sicherlich ist das interessant. Demgegenüber steht der Praxisbezug aus zwei Jahren konkreter Mitarbeit im Unternehmen.

Mein Punkt ist aber ein anderer: Es ist nicht der Studienabschluss für den weiteren Weg im Unternehmen ausschlaggebend, sondern die Persönlichkeit jedes einzelnen Mitarbeiters.

Und es ist nämlich nicht so, dass jemand eine Position wegen seines Abschlusses erreicht (z.B. den Master als Eingangsvoraussetzung), sondern umgekehrt wird ein Schuh daraus.

Es gibt Menschen, deren Persönlichkeit treibt sie zu weiterem Erkenntnisgewinn im akademischen Sinne. Diese haben Spaß daran, noch weiter zu studieren, z.B. bis zum Master oder gar bis zu einer Promotion. Diese Art von Streben macht diese Art von Menschen interessant für bestimmte Positionen. Also: aus ihrer Persönlichkeit heraus schlagen einige einen Weg ein, der zu einem Master führt und später zu der einen oder anderen interessanten Position.

Aber warum ist dann die Antwort auf die Frage nach einem Master-Studium „Nein“? Ist das nicht ein Widerspruch?

  • Die Personen, die in dem oben beschriebenen Sinne nach Erkenntnis streben, werden diesen Weg auch gegen das NEIN beschreiten. Sie gehen ihren eigenen Weg.
  • Die Fragenden, die unsicher sind, fahren aus meiner Sicht besser, dem NEIN zu folgen und direkt in ein Unternehmen einzusteigen. Es gibt zahllose interessante Möglichkeiten, sich selber auszuprobieren, bereits in jungen Jahren wertvolle Erfahrungen zu sammeln und auch weitere Verantwortung zu übernehmen.

Nach wenigen Jahren fragt keiner mehr nach Bachelor oder Master, sondern nach Erfahrungen, Wissen und Persönlichkeit. Ich kenne keinen, der den Verzicht auf den nächsten Titel (Master oder ggf. Promotion) im Nachhinein bedauert hat. Diese Titel sind nämlich gar nicht so wichtig, wie viele meinen.

3 Kommentare

  1. Erfahre ich auch so, der „Biss“ zur Führungskraft zeigt sich allermeist nicht erst nach dem Studium. Das Streben dahin beginnt vorher.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.

To create code blocks or other preformatted text, indent by four spaces:

    This will be displayed in a monospaced font. The first four 
    spaces will be stripped off, but all other whitespace
    will be preserved.
    
    Markdown is turned off in code blocks:
     [This is not a link](http://example.com)

To create not a block, but an inline code span, use backticks:

Here is some inline `code`.

For more help see http://daringfireball.net/projects/markdown/syntax