Zeit zum Schweigen?

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Martin Niemöller

Was machst Du eigentlich mit Deiner Apple Watch? Eine Entscheidungshilfe

Apple Watch

„Oh, ist das eines dieser Wunderdinger, diese iWatch?“

Ein Paar kommt auf mich zu. Der weibliche Teil des Paares entdeckt meine Apple Watch und fragt danach. Sie fragt, da er eine haben möchte. Vielleicht oder unbedingt. Auf jeden Fall möchte er nicht fragen. Und daher fragt sie: „Und: Was kann man damit machen?“

Meine trockene Antwort ist stets die gleiche: „Zeit ablesen“. Das Erstaunen ist jedes Mal groß: eine Uhr zum Zeit ablesen. Wer hätte das gedacht.

Dann wird natürlich nachgehakt. Und da mir dieses häufiger passiert ist, habe ich einmal meine Erfahrungen von über einem Jahr mit der Apple Watch zusammengestellt.

Was mache ich regelmäßig damit?

Im Alltag

Die Apple Watch ist eine Uhr für den Alltag. Fast alle Funktionen der nachfolgenden Aufzählung nutze ich täglich.

  • Zeit ablesen 🙂 Ich habe die Zeit übrigens mit 5 min Vorlauf eingestellt. Zwar ertappe ich mich oft beim Rückrechnen, wie spät es denn jetzt genau ist, aber oft hat mir dieser Trick einige Minuten Vorsprung gesichert.
  • Mitbekommen, dass ein Telefonat eingeht: durch den Vibrationsalarm bekomme ich viel zuverlässiger mit, dass gerade das Telefon klingelt.
  • Telefonieren 🙂 und das regelmäßig. Das sind fast ausnahmslos Telefonate, bei denen ich angerufen werde. Da es aber mit guter Sprachqualität funktioniert, nutze ich diese Funktion in drei Fällen: erstens bei Anrufen, bei denen ich nur einen Zuruf erwarte oder eine schnell eine Frage beantworte, zweitens wenn das iPhone zu weit weg liegt (mehr als 10m) und drittens beim Joggen.
  • Timer setzen via Siri, z.B. zum Zimmer lüften, beim Kochen oder Grillen.
  • Eintreffende Kurznachrichten (iMessage, WhatsApp) lesen.
  • Auf Kurznachrichten mit einer vorgefertigten Schnellantwort reagieren, oft ein „Ja“ / „Nein“ / „Kann jetzt nicht sprechen“ oder ein Emoji. Das geht wirklich sehr leicht und schnell.
  • Fußballtore anzeigen lassen. Meine App hierfür ist OneFootball.
  • Als Laufuhr nutzen. Mit der neuesten Software wird die Apple Watch tatsächlich eine kleine Laufuhr. Meine Apps der Wahl sind iSmoothRun und Runkeeper.

Auf Reisen

Auf Reisen kann die Apple Watch richtig auftrumpfen. Für Vielreisende ist sie allein für diese Anwendungsfälle eine Empfehlung.

  • Wege anzeigen lassen: die Uhr vibriert zum Abbiegen (unterschiedlich für rechts und links) und zeigt auf dem Display weitere Details wie Distanz zur nächsten Wegmarke an. Ziele gibt man auf dem iPhone ein oder diktiert sie einfach via Siri in die Uhr. Man muss dafür dann nicht mehr das iPhone in die Hand nehmen.
  • Flüge einchecken (via Wallet): Leider ist manchmal dafür der Arm zu verdrehen. Aber es ist so viel einfacher und schneller, als das iPhone herauszuholen.
  • Auf der Bahnfahrt zeigt die Uhr die Dauer bis zum nächsten Umsteigen. (Die App der Schweizer SBB ist aber deutlich besser als die der deutschen DB.)
  • Im Hotel dient die Uhr als Nachttischuhr und Wecker.

Und mache ich sonst noch so damit?

  • Früher habe ich eintreffende Mails gelesen bzw. zur Kenntnis genommen. Auch längere E-Mails waren erstaunlich gut zu lesen. Da ich jetzt keine Mails mehr auf dem Handy empfange (was ich ein einem anderen Blogpost ausführen werde), entfällt bei mir dieser Punkt.
  • Manchmal hake ich Aktionen in OmniFocus oder bei Coach.me ab. Zumeist mache ich dieses doch auf dem iPhone, wenn nicht gar auf dem iPad oder Mac.

Was hat sich nicht als wertvoll herausgestellt?

Viele Programmierer haben ihre iPhone App mit einer Erweiterung für die Apple Watch ergänzt. Mit viel Vergnügen habe ich zahlreiche von denen getestet. Vieles war dann doch nur ein Hype und ist nach aktuellem Stand für mich nicht hilfreich.

  • Daten kann man über Spracheingabe Siri erfassen, beispielsweise in Drafts oder Omnifocus. Das funktioniert erstaunlich gut. Dennoch habe ich das nicht mehr als zu Testzwecken probiert. Spracheingabe ist sozial noch nicht akzeptiert (in meinem Umfeld) und wird oft hämisch kommentiert. Dennoch könnte ich mir beizeiten einen erneuten Versuch gut vorstellen.
  • Kalender nachsehen. Die nächsten drei bis fünf Termine kann man gut abrufen. Auf dem iPhone hat man gleichzeitig mehr Details abrufen und Zusammenhänge sehen. Für mich ist die Nutzung der Uhr hierfür meist unpassend.
  • Podcaststeuerung: ein klappt einfach nicht richtig mit Overcast. Auf dem iPhone ist die App aber topp.
  • Passwörter, z.B. für WLAN-Router, über 1Password abrufen. Es geht erstaunlich gut, aber ich denke nie daran und greife direkt zum iPhone.
  • Auch nutze ich die Uhr kaum noch als Schrittzähler. Ich habe eine ganze Zeit lang meine Aktivitäten beobachtet und die Vitaldaten gemessen. Aber dass ich tatsächlich durch die Uhr getriggert noch hunderte von Schritten weiter gegangen bin, beschränkt sich auf wenige Tage des Testens. Interessant ist diese Wahrnehmung schon, da diese Funktionalität einer der wichtigsten Verkaufsargumente ist.

Was stört keinesfalls im täglichen Umgang?

  • Das tägliche Laden stört nicht im geringsten. Diese Frage stellen alle Interessenten zu Beginn. Mein Verhalten ist wie bei anderen Uhren auch: Abends lege ich sie auf den Nachttisch. Mit meinem Ständer wird sie sogar noch schön präsentiert und gleichzeitig geladen.

Was stört?

Es gibt wenige Punkte, die mich auch nach über einem Jahr immer wieder stören.

  • Das Display geht erst nach wenigen Sekundenbruchteilen an.
  • Das Display geht erst an, wenn der Arm entsprechend gedreht wurde. Oder wenn das Display einmal angetippt wurde.
  • Das Ladekabel muss mit auf Reisen genommen werden. Nur im Ausnahmefall reicht eine Ladung für einen zweiten Tag. Dazu stelle ich an der Uhr nachts die Funkverbindung aus.

Was heißt das zusammengefasst?

  • Die Apple Watch ist vor allem eine Uhr. Eine schöne, moderne und sehr funktionelle.
  • Es lassen sich viele Informationen anzeigen, für die man sonst das Handy rausgeholt hätte. Das ist sehr angenehm.
  • Es gibt einige Anwendungsfälle, bei denen die Uhr sehr hilfreich ist. Dafür möchte ich sie nicht mehr missen.
  • Und sie macht Spaß. Das betrifft die Bedienung selber und auch die Reflexion über den Einsatz neuer Technik gegenüber etablierten Lösungen. Ein Gadget, eine technische Spielerei.

Ich kann die Uhr nur empfehlen. Ist sie ein Must? Keineswegs. Das hängt maßgeblich vom eigenen Umgang mit ihren Möglichkeiten ab. Und das muss jeder Anwender selber entscheiden.

Was sind Eure Erfahrungen mit der Apple Watch?

Erwägt Ihr eine zu kaufen? Welche Fragen habt Ihr noch?

Ist Amrum das bessere Sylt?

Becher mit der Aufschrift: "Amrum ist das Wahre"

Wieder nach Sylt? Oder geht Nordsee pur auch anders?

Schon wieder Sylt? Wie oft ich dort war, kann ich schon lange nicht mehr zählen. Oder auch wie oft ich auf den anderen deutschen Nordsee-Inseln war. Fast alle habe ich schon gesehen. Manche habe mich fasziniert, manche etwas weniger. Alle haben diese wahnsinnig beeindruckende Landschaft aus Wind und Wellen, Düne und Watt gemeinsam.

Natürlich ist Sylt aus diesen Gründen großartig. Als größte nordfriesische Insel bietet sie außerdem genügend Raum, dass jeder nach seiner Fasson selig werden kann. Aber es gibt bezüglich Sylt einige Punkte, die haben mein Verhältnis zu dieser Insel immer wieder angespannt. Über sie kann und will ich auch nicht hinweg sehen, denn in jedem Urlaub haben sie sich unangenehm in den Vordergrund gedrängt.

Mir stinkt bei Sylt vor allem Weiterlesen →

Es gibt zwei Möglichkeiten, Karriere zu machen: Entweder leistet man wirklich etwas, oder man behauptet, etwas zu leisten. Ich rate zur ersten Methode, denn hier ist die Konkurrenz bei weitem nicht so gross.

 

Danny Kaye (1913-1987)

 

Soll ich für meine Karriere ein Masterstudium beginnen?

Schreibblock mit der Frage: Masterstudium?

Immer wieder einmal bekomme ich als Führungskraft die Frage gestellt: „Soll ich nach meinem Bachelor-Abschluss ein Master-Studium beginnen?“ Meine für viele überraschende Antwort lautet ganz klar: „NEIN“. (Ich liebe es, mit dieser Antwort zum Nachdenken anzuregen.)

Viele Studenten machen ihr Studienpraktikum in Unternehmen, in denen sie anschließend ihre Bachelor-Arbeit schreiben. Beim Blick nach vorne fragen sich viele, wie es weiter gehen soll.

  • „Soll ich noch ein weiteres Studium mit Abschluss Master beginnen? Verbaue ich mir sonst die Zukunft, weil ich ohne Master für bestimmte Positionen ausgeschlossen werde?
  • Oder soll ich direkt im Unternehmen einsteigen, vielleicht in der Abteilung, wo ich bereits erste Erfahrungen sammeln konnte?“

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Willkommen zu meinem Blog. Hier blogge ich über die Gedanken und Themen, die mich umtreiben. Ich möchte Denkanstösse geben, Erfahrungen austauschen und zu Diskussionen anregen. Die Themen sind so vielfältig, wie meine Interessen. Lasst Euch überraschen, fragt und fordert mich, bezieht selber Stellung.

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